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Rundbrief 2 - Halbzeit(seminar)

Autor: Manuel | Datum: 22 Februar 2013, 15:42 | Kommentare deaktiviert

In genau 5 Tagen ist für mich Halbzeit, deswegen gibt es jetzt meinen zweiten Rundbrief, in dem ich vor allem über rwandische Schulen und meine Arbeit dort schreibe. Viel Spaß dabei, würde mich freuen Rückmeldungen zu bekommen! (Falls ihr ihn nicht per Mail bekommen habt könnt ihr ihn entweder hier downloaden oder unter Fotoalben finden)

Wundert euch nicht, wenn es für eine Weile keine Blogeinträge gibt, ich fahre am Wochenende zum Halbzeitseminar und werde danach Urlaub machen. aber ihr habt mit dem Rundbrief ja auch erst Mal etwas mehr zu lesen ;-)

Vielen Dank, dass ihr mich hier so lange und interessiert begleitet habt! Wenn ihr jetzt zur Halbzeit Rückmeldungen zum Blog habt, Verbesserungsvorschläge oder etwas, das euch gut gefällt; Fragen an mich; Themenvorschläge etc., dann schreibt das gerne in die Kommentare unter diesen Eintrag (oder per Mail, fb etc.)!

Euer Manuel

 

Tontechnik II – Soundsetting in Rwanda

Autor: Manuel | Datum: 10 Februar 2013, 22:42 | Kommentare deaktiviert

Als ich einen Tag nach meiner Ankunft den Gottesdienst hier besuchte war ich ziemlich überrascht: Vorne stand ein Tisch mit einem großen 12-kanäligen Mischpult, es gab 4 Mikros für den Chor, 4 Boxen, Gitarre, Keyboard, Bass und Schlagzeug. Und einen Beamer.

In Deutschland hab ich das nicht so oft gesehen, da hatte eine Gemeinde vielleicht durchschnittlich 2 Mikros und eine Orgel in Gebrauch.

Seit ich mich mit der Technik beschäftige und hinter die Kulissen gucken kann bin ich nicht mehr überrascht, sondern eher schockiert, denn meine Gemeinde besitzt 4 große Mischpulte, über 6 leistungsstarke Boxen, 2 Keyboards usw. (wobei nicht alles funktioniert) – für 1 Kirche!

Das kuriose an der Sache ist, dass meine Gemeinde eigentlich kein Geld hat – schon gar keins für so viel Technik. Diese muss also von großzügig spendenden Gemeinden aus dem Westen kommen. Ist ja auch ein gutes Motto: „Kommt, lasst uns mal sammeln für Tontechnik in Afrika“. Der fatale Fehler ist allerdings, dass nicht darüber nachgedacht wird, wie diese Technik denn bedient werden soll.

Deswegen quietscht es dauernd in den Gottesdiensten (Für die Fachleute: Viel Feedback und Clipping) – insgesamt ist die Tonqualität miserabel, durch ganz viele „falsche“ Einstellungen.  Und meine Kirche ist dabei nicht die einzige mit unausgebildeten Technikern, das zieht sich durch alle Gemeinden, die ich bisher besucht habe. Und jede Gemeinde hat diese technische Ausstattung! Besonders frustrierend war es für mich bei einem großen Jugend-Treffen (8000 Leute), bei dem ich davon ausging, dass die Techniker wenigstens dort wissen, was sie machen – taten sie aber nicht (ausreichend)!

Neben der Fehlbedienung hat es auch eine unglaubliche kulturelle Veränderung gebracht: Gottesdienste ohne Instrumente, ein nicht verstärkter Chor, eine Veranstaltung ohne Technik sind undenkbar. Das verändert die Weise, wie musiziert wird. Und es mindert die Tonqualität unglaublich – wegen mangelndem Bedienwissen und kaputten Kablen.

Ich finde es ziemlich verantwortungslos, einfach so Technik in Entwicklungsländer zu senden, ohne ausreichend darüber nachzudenken, welchen Effekt das hat. Und ich habe leider den Eindruck, dass uns solche Beispiele öfters passieren in Entwicklungsfragen… Wir sollten verinnerlichen, was die Bedeutung von PARTNERschaft auf Augenhöhe und EntwicklungsZUSAMMENARBEIT ist!

 

Tontechnik I - Soundsetting by Manuel

Autor: Manuel | Datum: 03 Februar 2013, 22:46 | Kommentare deaktiviert

Heute im englischen Gottesdienst hatte ich mal ein richtiges Erfolgserlebnis:

Als ich letztes Jahr ankam hat sich niemand für das Mischpult verantwortlich gefühlt und deswegen habe ich das übernommen. Der Prediger hat uns heute zwar ernsthaft erzählen wollen, dass die Leute am Mischpult und an den Instrumenten ja keine „true worshippers“ wären, aber das hat mich nicht demotiviert:

Heute war der erste Gottesdienst, bei dem ich behaupten würde, dass technisch alles einwandfrei lief. Und das ist eine ganz schöne Herausforderung gewesen!

Vorher in Deutschland habe ich zwar schon einmal ein Mischpult bedient und ein bisschen von einem Freund, der DJ ist (Danke Fabi! Smile) gelernt, aber ich hätte mich niemals als fähig eingestuft einen komplexeren Sound abzumischen. Hier ist die Definition des Wortes „fähig“ ein bisschen anders, denn niemand hat eine Tontechniker-Ausbildung, geschweige denn Ahnung von der Theorie, die hinter einem Mischpult/guten Klang steckt. Ich habe mir das alles dann selber per Internet und „learning by doing“ beigebracht.

Das Wissen von der Theorie und Funktionsweise hat mir am Anfang aber gar nicht mal so viel genutzt, denn man muss vor allem auch sein Gehör schulen, damit man bei min. 8 Eingangssignalen (Mikros und Instrumente) auch hört, was zu laut und was zu leise ist. Und dann muss man auch noch raushören, welche Frequenz störend ist oder verstärkt werden sollte… Gar nicht so einfach, wie es klingt, musste ich feststellen!

Inzwischen habe ich damit aber genügend Übung, so dass es mich nicht mehr überfordert und ich nicht mehr an meinen eigenen Ansprüchen scheitere. Und ich habe gestern mit zwei Rwandern Mikrofonkabel repariert und gelötet – vorher war es ein Lotteriespiel, welches Kabel ohne Wackelkontakt funktioniert und welches nicht.

Und so habe ich es dann heute endlich hinbekommen einen (meiner Meinung) richtig guten Klang am Mischpult zu erzeugen Smile Wieder was gelernt!